Familienrichter/in

Kurzdarstellung der Aufgaben des Gerichts im Rahmen des Beschleunigten Familienverfahrens:

Das Gericht prüft bei Eingang eines Antrages auf Regelung der elterlichen Sorge oder des Umgangs mit dem Kind, ob sich das Verfahren generell eignet, im beschleunigten Verfahren durchgeführt zu werden. Das könnte vom Gericht beispielsweise bejaht werden, wenn schnell ein Kontakt zwischen den Kindern und dem Elternteil wieder hergestellt werden soll, dessen persönlicher Umgang bereits eingeschränkt oder ausgeschlossen wurde.

Im Falle der Durchführung des beschleunigten Verfahrens wird binnen vier Wochen ein Anhörungstermin im Gericht festgesetzt, das zuständige Jugendamt informiert und ggf. ein Verfahrenspfleger für das Kind bestellt. Es kann im Vorfeld auch bereits ein Sachverständiger zum Termin geladen werden, in dem er dann mündlich eine Einschätzung abgibt.

Das Gericht kann das Kind oder die Kinder auch zum Anhörungstermin laden und dort unter Ausschluss der Eltern und Rechtsanwälte anhören.

Jede dieser einzelnen Maßnahmen entscheidet der zuständige Richter in eigener Verantwortung.

In der persönlichen Anhörung wird jeder Partei und den übrigen Verfahrensbeteiligten (Jugendamt, Verfahrenspfleger, Sachverständige, Rechtsanwälte) die Gelegenheit gegeben, die eigene Sichtweise und ihr Anliegen darzustellen. Gemeinsam wird nach Lösungsmöglichkeiten gesucht.

Sollte in der Anhörung keine Vereinbarung getroffen werden können, bieten sich für das Gericht mehrere Möglichkeiten:

  • die Parteien werden mit ihrer Zustimmung in die Beratung entlassen, ein neuer Termin findet erforderlichenfalls später statt;
  • das Verfahren ist entscheidungsreif, es ergeht ein Beschluss durch das Gericht;
  •  weitere Ermittlungen sind durchzuführen, ein neuer Termin findet nach Abschluss dieser neuen Ermittlungen (Anhörung Kinder, Einschaltung Verfahrens-pfleger/Sachverständige) statt.