Jugendamt

Kurzdarstellung der Aufgaben der Jugendämter im Rahmen des Beschleunigten Familiengerichtlichen Verfahren

Nach dem SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) ist ein Schwerpunkt der Aufgaben in Jugendämtern die Beratung und Unterstützung von Familien und allein erziehenden Elternteilen.

Neben der allgemeinen Beratung in Fragen der Erziehung ist eine wesentliche Aufgabe auch die Mitwirkung in familien- und vormundschaftsgerichtlichen Verfahren, z.B. bei Sorgerechts- und Umgangsregelungen.

Im Beschleunigten Verfahren gilt folgender Ablauf.

  • Das Jugendamt wird durch das Gericht per Fax über den Antrag eines Elternteils und die Einleitung des beschleunigten Verfahrens sowie den anberaumten Anhörungstermin informiert.
  • Die Eltern werden umgehend telefonisch oder schriftlich zu Gesprächen eingeladen. Parallel dazu erfolgt eine Zwischennachricht mit Zuständigkeit und Aktenzeichen an das Gericht. Es wird vorrangig versucht, mit den Elternteilen ein gemeinsames Gespräch zu führen. Sollten die Elternteile hierzu (noch) nicht in der Lage sein, werden Einzelgespräche geführt. Abhängig vom Alter wird mit den Kindern ebenfalls gesprochen. Jugendliche sind grundsätzlich zu befragen.

Ziel der vermittelnden Gespräche im Jugendamt ist die Entwicklung eines einvernehmlichen Konzeptes zum jeweiligen Antrag im Interesse der betroffenen Kinder und Jugendlichen.

In der gerichtlichen Anhörung soll unter besonderer Berücksichtigung des Kindeswohls / Kindeswunsches eine für alle Beteiligten zustimmungsfähige Lösung erreicht werden. In der Regel nimmt die zuständige Fachkraft des Jugendamtes an der Anhörung teil. In Ausnahmefällen wird bis zum Anhörungstermin ein schriftlicher Bericht erstellt. In jedem Fall wer­den seitens des Jugendamtes die in den Gesprächen mit den Eltern gewonnenen Eindrücke mündlich oder schriftlich gegenüber dem Gericht in der Verhandlung dargestellt.

 

Kann in der gerichtlichen Anhörung keine einvernehmliche Regelung erreicht werden, erfolgt eine weitere Beratung im Jugendamt oder in einer von den Eltern ausgewählten Beratungsstelle mit dem Ziel, eine von beiden Elternteilen akzeptierte Lösung zu erreichen.

 

Die Beratungsstelle informiert das Gericht über das Ergebnis. In der Landeshauptstadt Hannover wird gleichzeitig das Jugendamt informiert.

 

Sollten in den Gesprächen mit Eltern, Kindern und Jugendlichen Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohles bekannt werden, wird dem Gericht unverzüglich Mitteilung hierüber gemacht.