Beratungstellen

Kooperationsleitfaden Gericht – Beratungsstellen 

1.)   Kann in einem  Familiengerichtstermin keine Einigung erzielt werden und war es den Eltern währenddessen nicht möglich, miteinander in ein lösungsorientiertes Gespräch zu kommen, empfiehlt das Familiengericht den Kontakt zu einer Beratungsstelle, sofern es zu der Einschätzung gelangt, dass die Voraussetzungen für ein Vermittlungs-/Beratungsgespräch vorliegen.

2.)   Die Eltern entscheiden, ob sie der Empfehlung des Familiengerichtes, eine Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen, nachkommen möchten. Sie übernehmen selbst die Anmeldung, ihnen werden Ansprechpartner und Telefonnummern ausgehändigt. Bei der telefonischen Anmeldung weisen die Eltern auf das beschleunigte Verfahren hin und bringen zum Erstgespräch die aktuellen Gerichtsbeschlüsse mit.

3.)   Die Beratungsstelle wird nach Möglickeit innerhalb von 14 Tagen nach Eingang der Anmeldung ein Erstgespräch anbieten.

4.)   Im Rahmen der Auftragsklärung legen die Mitarbeiter der Beratungsstelle und die Eltern zunächst gemeinsam fest, auf welche Weise und mit welchen Zielsetzungen zusammengearbeitet werden soll.

5.)   Die Beratungsstelle klärt, ob die Voraussetzungen für eine gemeinsame Zusammenarbeit vorliegen. Die inhaltliche Gestaltung des Prozesses obliegt allein der Beratungsstelle, Schweigepflicht und Vertraulichkeit bleiben gewahrt. Berater/Beraterinnen treten im juristischen Verfahren nicht als Zeugen auf.

6.)   Für die Dauer des Beratungsprozesses wird das Gerichtsverfahren ausgesetzt. Fallorientiert wird im Abstand von 3 bis 6 Monaten ein neuer Gerichtstermin festgelegt.

7.)   Die Kooperationsstrukturen unter den professionell Beteiligten sind festgelegt und werden den Eltern bereits im Vorfeld der Zusammenarbeit transparent gemacht, die Eltern werden über Folgendes informiert ;

a)     Wird ein Erstgespräch nicht in Anspruch genommen, unterrichten die Eltern von sich aus das Gericht.

b)     Nach einem Erstgespräch in einer Beratungsstelle informiert diese das Familiengericht von einer Unterbrechung des Beratungsprozesses (keine inhaltliche Information), wenn die Gesprächstermine 2mal in Folge nicht stattfinden konnten und dafür keine nachvollziehbaren Gründe (z. B. Krankheit ) erkennbar waren.

c)     Kommt die Beratungsstelle nach einem Erstgespräch oder nach weiteren Gesprächen zu der Einschätzung, dass weitere Gespräche prognostisch nicht sinnvoll sind, wird sie dies den Eltern und dem Gericht mitteilen. Die Beratungsstelle informiert das Gericht auch, wenn die Eltern den Vermittlungsprozess abgebrochen haben.

d)     Sollte der Beratungsprozess mehr Zeit erfordern und einen angesetzten Gerichtstermin zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sinnvoll erscheinen lassen, lassen, bitten die Eltern bei Gericht um Terminverschiebung.

e)     Nach Abschluss eines Beratungsprozesses können die Punkte, auf die sich die Eltern geeinigt haben, in einer Elternvereinbarung von der Beratungsstelle zusammengefasst werden. Diese Elternvereinbarung wird den Eltern übergeben. Die Beratungsstelle informiert das Gericht über den Abschluss der Vermittlung.